Gitarre aktuell · gitarre-foundation hamburg

 

 

 

 

Gitarre aktuell 115-IV/11: Vorwort

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Gitarre(nmusik) ist für alle da! Aber wann erlebt man es noch, dass musikinteressierte Nichtgitarristen in ein klassisches Gitarrenkonzert gehen? Deshalb fiel es kürzlich erfreulich auf, als sich beim Söllscher-Konzert in Hamburg ein Besucher so äußerte, dass der Programmblock mit den zwei vorgetragenen Bach’schen Cellosuiten allein schon das Kommen gelohnt und er sich als Nichtfachmann „beschenkt“ gefühlt hat. War dem 11saitigen schwedischen Meistergitarristen etwa das zu vermitteln gelungen, was man üblicherweise als „überspringenden Funke“ bezeichnet, oder einfach nur die Bestätigung, dass Bach eben doch „der Vater der Musik“ ist?
     Gewiss, die vorgenannte Äußerung des Konzertbesuchers ist punktuell hervorgehobene, aber geht es nicht immer wieder darum, den allgemeinen Musikliebhaber für die Gitarre zu gewinnen? Die nächste Frage, die sich aufdrängt, lautet dann nur noch: und wie macht man das?
      Der Kölner Konzertgitarrist Andreas Herzau war sich schon in einem damals gegebenen Interview sicher: „Was sehr wichtig ist: Man muss die Leute ansprechen“ (...) ihnen „vom Gitarrenspielen erzählen oder muss ihnen sagen: ’Hören Sie sich doch mal dies oder jenes an!’ Damit sie überhaupt erst darauf kommen, dass man Gitarre auch im Konzert spielen kann. (...) Einige hören diese Musik vielleicht zum ersten Mal.“ Wenn man das liest, kann man eine Selbstüberschätzung der Gitarristik zuweilen nicht ausschließen...

Kommunikation geht nur gemeinsam! Vor gut zwei Jahren und acht Ausgaben GITARRE aktuell hat sich die gitarre-foundation hamburg (gfh) gegründet mit genau dieser Zielsetzung. Beim Durchblättern der 512 Seiten ist zu konstatieren, dass zahlreiche Mitwirkende halfen, diesen Anspruch umzusetzen. Die Vielfalt der Themen und die eingebrachten Ideen bestätigen das. Hierfür möchte ich meinen besonderen Dank aussprechen und ermunternd anregen zu weiterem Tun!

Die vorliegende Ausgabe spiegelt wiederum eine große Vielfalt, auch wenn die Themen und Porträts zum Gitarrenbau dominant erscheinen. Neben aktuellen Erkenntnissen werden auch historische Namen und Ereignisse von Bedeutung - und Geheimnisse - berührt. Das betrifft auch das zweite wichtige Thema, das Komponieren für Gitarre, das diesmal sowohl dokumentarisch als auch aktuell behandelt wird.

Komponieren darf jeder, der etwas zu sagen hat - jedenfalls bei uns in der Reihe „Profile“. So dürfen zum Beispiel „echte“ Preußen am 24. Januar 2012, dem 300sten Geburtstag vom „Alten Fritz“, mit einem „Spiel mit“ gedenken. Überhaupt waren aus dieser Reihe einige Einsendungen „abzuarbeiten“. Spielen Sie selbst!

Notenausgaben und besonders jene mit weihnachtlichen Themen sind diesmal etwas mehr in den Blickpunkt des Heftes gerückt, falls doch noch Anregungsbedarf für den festlichen Spielkreis bestehen sollte. Aber wenn Sie sich zum Weihnachtsfest nichts schenken wollen, dann besuchen Sie doch ein festliches Gitarrenkonzert. Dort könnte Sie unter Umständen - siehe oben - auch eine Bescherung erwarten...
In diesem Sinne
»Alle Jahre wieder...«

Ihr
Peter Maier