Gitarre aktuell: Ausgabe 141-II/20

Themen special
Für diese Ausgabe wurde nicht in dem ursprünglich erdachten Sinne ein „Themen special“ vorbereitet - vielmehr bot es sich an, aufgrund aktueller Anlässe noch einmal einen ausführlichen Blick auf die individuellen Wirkungsweisen zweier der Gitarre ganz nahe stehender Künstler zu werfen: Julian Bream, dessen Konzertauftritte in allen Großstädten der Welt gefeiert wurden und der seine Abschiedskonzerte im November 2001 und Mai 2002 in England zelebrierte, und Bernard Hebb, dessen künstlerischer und pädagogischer Einfluss für nachfolgende Generationen prägend ist. Zwei Porträts, in denen u.a. an Breams Konzerte in der Berliner Philharmonie erinnert wird sowie eine Werkschau anhand seines einmaligen Tonträger-Vermächtnisses.  .

Swing on Strings - Django und seine Epigonen
Der Gypsy-Jazz lebt! Selbst 70 Jahre nach der Wirkungszeit Django Reinhardts (1910-1953) ist die Begeisterung an seiner Musik ungebrochen und inspiriert junge und nicht mehr so frische Gitarrenkünstler zu weiterem Tun in diesem Stil zu musizieren. Was dabei herausgekommen ist, hat einen Spezialisten bewogen, eine nicht geringe Auswahl an neuen CDs zu diesem Thema vorzustellen, die trotz des eingeengten Sujets eine erstaunliche Vielfalt mit Mut zu Experimenten zeigt.


LDWG vn BTHVN 2.0.
Zum Ausklang des Beethoven-Jahres, in dem ja alle diesbezüglichen Großveranstaltungen - und Beethoven IST GROSS! - arg beschnitten wurden, muss noch einmal die Frage gestellt werden, wie der große Komponist zur kleinen Gitarre gestanden hat. Ob für die Antwort der aktuelle Leserbrief als Ergänzung zum Artikel in der letzten Gak hilfreich ist, mag man nach der Lektüre desselben selbst entscheiden. Schlussendlich bietet diese Reaktion auf den Artikel zumindest einige Anregungen, die auch historisch interessant sind.

gfh-report
Hamburg. Zwar sind die Projekte der gitarre-foundation hamburg (gfh) primär an Musik und Gitarre orientiert, aber die Satzungsziele der Stiftung umfassen ebenfalls Themen aus der Bildenden Kunst, insbesondere wenn sie mit Gedanken oder Ereignissen der Völkerverständigung verknüpft sind. 
Zu den in Corona-Zeiten verschobenen Terminen der Hauskonzerte „stringArt“ in der gfh  konnte in diesem Sommer eine besondere Alternative angeboten werden: In der Ausstellung »Textile Bilder« wurden - mit den gebotenen Abstands- und Hygieneregeln - in den Räumen der gfh Werke der Künstlerin Luitgard Geisler gezeigt, die eine Gesamtschau ihrer bisherigen aus Stoff produzierten „Gemälde“ umfasste. Eine 14tägige Exposition samt Vernissage + Finissage und einem überraschenden Präsent mit Gitarrenmotiv aus Stoff. Trotz der Einschränkungen, die allen darstellenden Künstlern und Veranstaltern in diesem Jahr zu schaffen machten, war es in der „mäßigen Corona-Zeitzone“ möglich, ein Hauskonzert in der Reihe „stringArt“ durchzuführen, dem praktisch eine doppelte Ankündigung vorangegangen war: Hörproben eines Video-Streams bei YouTube sowie einige Einlagen während des Sommerfestes der gfh. Nun spielte das Duo Sabiar  (Sopran & Gitarre) sein gesamtes neu erschlossenes Programm, das als besonderen Höhepunkt die selten aufgeführten »Songs of the Chinese« von Benjamin Britten bot. Das war für einige Hörer ungewohnte Kost, die aber für alle Puristen mit süßeren Tönen wieder ausgeglichen wurde

Historisches
Regionale Gitarrenszenen in deutschsprachigen Großstädten wie etwa München, Berlin, Wien oder auch Hamburg waren ab Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts maßgeblich daran beteiligt, dass sich aus dem Volksinstrument der Wandervogelbewegung wieder ein respektables und für den klassischen Bereich ernst zu nehmendes solistisch gespieltes Instrument zu etablieren begann.                 <
Aber es sind nicht nur die großen Namen, die die Gitarre mit zu einem der beliebtesten Instrumente verhalfen. Private Lehrer oder Pädagogen an regionalen Musikschulen, Laienspieler in Ensembles oder Gitarrenchören, aber auch aktives Musizieren in Bands oder Gruppen sind Multiplikatoren für die Verbreitung der Gitarrenmusik. Meist geraten die Namen der Akteure in Vergessenheit, wenn sie nicht in Dokumentationen festgehalten werden. Ein begeisterter Gitarren-Enthusiast hat aus der Berliner Szene zwei sich ähnelnde Schicksale ausfindig gemacht und sie notiert.